Chronik der Abt. Schwerzen 

Die FFW Schwerzen wurde am 25. Februar 1912 auf Betreiben des damaligen langjährigen Bürgermeisters August Manz als Verein gegründet. Der Gründungsversammlung gingen schon Jahre vorher Überlegungen des Bürgermeisters und des Gemeinderates voraus, das Feuerlöschwesen in der Gemeinde Schwerzen neu zu organisieren. Mussten doch alljährlich die Listen der Feuerwehrlöschmannschaft und der Wasserwehr durch den Gemeinderat neu aufgestellt werden.

Bereits am 14. Oktober 1894 wurde vom Gemeinderat, unter dem damaligen Bürgermeister Gustav Manz, folgender Beschluss gefasst: „Wegen Neuorganisation der hiesigen Löschmannschaft ist mit einer auswärtigen Feuerwehrleitung ins Benehmenzu treten“. Es sollten jedoch noch 18 Jahre vergehen, bis dann Bürgermeister August Manz im Jahre 1912 die Gründungsversammlung der FFW Schwerzen anberaumen konnte. In dieser Gründungsversammlung am 25. Februar 1912 traten 37 Mann der FFW Schwerzen bei.

Zum ersten Kommandanten der neugegründeten Wehr wurde Adolf Wiederkehr, der spätere Bürgermeister von Schwerzen, gewählt. Die Gründung der FFW Schwerzen hatte die damalige Presse lobend erwähnt und anderen Gemeinden zur Nachahmung bestens empfohlen.

In den Jahren 1912 und 1913 wurde die persönliche Ausrüstung der 42 Mann zählenden, neugegründeten Wehr auf den damals neuesten Stand gebracht, die noch aus dem vorigen Jahrhundert stammende Feuerwehrspritze überholt und neu lackiert. Die Landesfeuerwehrunterstützungskasse zahlte zur Neugründung der Wehr einen Zuschuss in Höhe von 1 000,-- Mark.Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges begann für die Wehr eine schwierige Zeit. Im April1915 waren von den 42 Wehrmännern bereits 25 zum Heeresdienst eingezogen.10 davon kamen nach Beendigung des Krieges nicht mehr in die Heimat zurück, andere kehrten mit mehr oder weniger schweren Verwundungen als Invaliden heim.

In der ersten Verwaltungsratssitzung nach dem Krieg im Januar 1919 war die Hauptsorge die durch Tod und Verwundungen stark dezimierte Wehr wieder auf den alten Mannschaftsstand zu bringen. Die nun folgenden Jahre brachten viel Wechsel durch Zu- und Wegzüge.

1925: Wohn- und Ökonomiegebäudebrand auf dem Bohlhof in Schwerzen.Am 13. 4. 1929 erfolgte nach 17 Jahren der erste Wechsel an der Spitze der FFWSchwerzen. Der bisherige Kommandant und zwischenzeitlich zum Bürgermeister gewählte Adolf Wiederkehr verzichtete auf eine Wiederwahl. Zum neuen Kommandanten wurde Friedrich Wilhelm Manz gewählt und der bisherige Kommandant als Dank für seine großen Verdienste zum Ehrenkommandanten ernannt.

Im Jahre 1930 gab es wieder Mannschaftsprobleme. Der Bürgermeister wird ersucht, die für den Feuerwehrdienst in Frage kommenden männlichen Bewohner zum Beitritt zur Wehr aufzufordern. Bei geringer Resonanz soll der Gemeinderat die Einführung einer Feuerwehrabgabe beschließen. Auf deren Einführung konnte man jedoch verzichten, denn bis zur nächsten Generalversammlung waren 12 Neuzugänge zu verzeichnen.

März 1934: Auch die Feuerwehr wird von der Machtergreifung nicht verschont. Diedieses Jahr fälligen Wahlen werden wegen einer bevorstehenden Neuorganisationder Wehr bis auf weiteres verschoben.Februar 1935: Die Neueinteilung der Wehr, nach dem Stande vom November1934, wird bekanntgegeben. Die Gesamtstärke der Wehr beträgt 50 Mann.Dezember 1936: Anstelle des bisherigen Verwaltungsrats wird der von der Obrigkeitgeforderte Führerrat von der Wehr bestimmt und dem Bezirksamt sowie dem Kreisvorsitzenden zur Kenntnis gebracht.

August 1939: Erneuter Brand des Ökonomiegebäudes auf dem Bohlhof.Januar 1940: Der Kreisfeuerwehrführer ernennt Emil Weißenberger zum Wehrführerder FFW Schwerzen unter gleichzeitiger Beförderung zum Brandmeister. Der bisherige Kommandant Friedrich Wilhelm Manz wird zum Ehrenwehrführer ernannt.

Wieder ist Krieg und ein Großteil der Wehrmänner werden zum Arbeitsdienst undzur Wehrmacht eingezogen. Der Feuerwehrdienst bis 1945 wird von „Ehemaligen“und Jugendlichen geleistet. 1945 wird Leo Wiederkehr zum kommissarischen Kommandanten für die von der Militärverwaltung verordnete „9-Mann-Feuerwehr“ernannt.

Erst 1948 beginnt mit der Wahl von Eugen Keßler zum Kommandanten ein neuer Aufbau der FFW Schwerzen. Die noch aus dem vorigem Jahrhundert stammendeFeuerwehrspritze wird 1951 durch eine Tragkraftspritze TS 4 mit Transportwagen,die alten brüchigen Hanfschläuche durch neues Schlauchmaterial ersetzt. AusFreude über die neue Errungenschaft wurde leider die alte museumsreife Feuerwehrspritze zum Schrottpreis veräußert.Die neue Motorspritze bestand ihre Bewährungsprobe wenige Monate nach ihrem Kauf beim Wohnhausbrand des Fritz Wendel in der Bohlhofstraße am 20. Juni 1951.

1955: Der Kommandant Eugen Keßler wird zum Bürgermeister, Ernst Manz zumKommandanten der FFW Schwerzen gewählt. In der 26-jährigen Amtszeit desheutigen Abteilungsehrenkommandanten Ernst Manz bis zum Jahre 1981, vollzogensich für die FFW Schwerzen die größten Veränderungen seit ihrer Gründung imim Jahre 1912.

März 1968: Brand des Wohn- und Ökonomiegebäude der Gärtnerei Manz.Ein Jahr vor der Gemeindereform erhält die Feuerwehr als Abschiedsgeschenk von der damals noch selbständigen Gemeinde Schwerzen zur TS 4 noch eine TS 8 mit Transportwagen und neuem Schlauchmaterial.Seit der Gemeindereform 1975 ist die Feuerwehr Schwerzen eine Abteilung der FFW Wutöschingen. Es wurde eine Gesamtfeuerwehr mit den Abteilungen Wutöschingen, Horheim und Schwerzen gebildet.Juli 1976: Großbrand des Ökonomiegebäudes des Gasthauses Adler mit hohem Schaden.

Im Jahr 1981 begann die Kommandantenlaufbahn von Josef Ganzmann. Unter „Sepp“ Ganzmann wurde die Abteilung Schwerzen im Jahr 1985 mit einem eigenen Fahrzeug des Typs TSF ausgestattet. Die Übergabe und Weihe wurde in einem Festakt mit anschließender großer Schauübung am 19. Mai 1985 durchgeführt.

Im Dezember 1986 erreichte ein Feuerwehreinsatz aller Abteilungen mit Beteiligungen vieler Spezialkräfte auswertiger Wehren sogar die deutschen Medien. Ein Großbrand in der Entsorgungsfirma Reinger im OT Horheim forderte alle Kammeraden aufs Äußerte. Es war ein kritischer Einsatz der selbst in der Tagesschau erwähnt wurde.Im Jahr 1987 konnte die Feuerwehr Abteilung Schwerzen mit einem großen 4-tägigen Fest ihr 75 jähriges Jubiläum feiern. Als Ausrichter des Kreisfeuerwehrtages mit einem stattlichen Festumzug besuchten viele Wehren aus nah und fern mit vielen historischen und modernen Fahrzeugen und Gruppen die Feuerwehr Schwerzen.

Nach 10 Jahren wurde im Jahr 1991 Ernst Thiel der neue Kommandant, bis er 1993 als Gesamtkommandant der Feuerwehr Wutöschingen gewählt wurde. Seither ist der Schwerzener Ernst Thiel Gesamtkommandant der Feuerwehr Wutöschingen. Josef Ganzmann wurde dann von 1993 bis 1996 ein zweites Mal zum Kommandant der Abteilung Schwerzen gewählt.Anfang 1996 übernahm Eugen Stüber das Amt des Kommandanten welches er bis ins Jahr 2008 ausübte.

Die Einsätze der letzten 15 Jahre standen unter anderem oft unter dem Thema Hilfeleistung. Die Klimaveränderung hat auch die Einsätze der Feuerwehr verändert. Oft musste die Wehr zu Hochwasser- und Sturmeinsätzen ausrücken.Im Jahr 2006 mussten durch die Feuerwehren in Wutöschingen einige Dächer (z.B. Neukauf, Wutachhalle, Alemannenhalle, etc.) von einer enormen Schneelast befreit werden. Ein ganzes Wochenende lang waren alle Abteilungen damit beschäftigt den Schnee von den Dächern zu schaufeln.Peter Held übernahm die Verantwortung des Abteilungskommandanten nach erfolgreicher Ausbildung zum Gruppenführer auf der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal im Jahr 2008 und hat dieses Amt bis heute inne.Mit ihm gelang es der Abteilung Schwerzen in den Jahren 2010 und 2011 das bestehende Gerätehaus, mit finanziellen Mitteln der Gemeinde, um eine Fahrzeughalle zu erweitern und den Mannschaftsraum komplett zu renovieren und zu vergrößern.

Die Abteilung Schwerzen ist im Jubiläumsjahr mit einem guten Ausbildungs- und Ausrüstungsstand bestens aufgestellt.2012 - 100 Jahre FFW Abteilung Schwerzen - Dies wird am ersten Juniwochenende 2012 mit einem zweitägigen Fest gefeiert.Im Oktober 2012 war die Abteilung Schwerzen mit allen zur Verfügung stehenden Wehrmännern und kompletter Ausrüstung beim umfangreichen Großbrand der AWW in Wutöschingen beteiligt.Dieses Ereignis war einer der Umfangreichsten und heikelsten Einsätze in der Großgemeinde Wutöschingen mit einem letztlich glimpflichen Ausgang.Die Freiwillige Feuerwehr Abteilung Schwerzen wird auch in den kommenden Jahren getreu dem Grundsatz „Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr“ ihren uneigennützigen Dienst in vielfältiger Weise zum Wohle der Gemeinde Wutöschingen und deren Bevölkerung leisten!